"Chronische" Koliker, bzw. Pferde die häufig Kolik haben

„Hoffentlich hat er heute nicht schon wieder Bauchweh“ als begleitender Gedanke auf dem Weg in den Stall? Sich schon sorgen, wenn das Pferd mal ein Nickerchen macht, wenn man ankommt, und nicht die Nase im Heu stecken hat? Hat er heute nicht wieder so komisch die Flanken hochgezogen? Er schaut heute so komisch… So oder ähnlich sieht das Leben von Pferdebesitzern aus, deren Tiere unter rezidivierender Kolik leiden.

Dieses Problem betrifft zwar nicht die große Masse an Pferden, für die, die betroffen sind ist es aber eine große Einschränkung der Lebensqualität - und das gilt für Pferde und eben auch ihre Halter. Neben den unangenehmen Schmerzen und evtl. auch Übelkeit ist für die Pferde auch problematisch, dass ihr Organismus nicht darauf ausgelegt ist, immer wieder stundenlang nicht mit Nahrung versorgt zu werden. Für den Halter steht natürlich die tägliche Angst im Vordergrund, wie es seinem Pferd heute geht und die Befürchtung, dass die nächste Kolik immer auch in der Klinik oder noch schlimmer enden könnte. Dazu kommt der Frust, dass man die Ursache oft nicht findet - oder nur schwer etwas dagegen machen kann, wie z.B. bei Stuten, die im Zusammenhang mit der Rosse regelmäßig koliken. So probiert man ein Zusatzfutter nach dem anderen, verändert die Belastung und die Haltungsform, schöpft jedes Mal neu Hoffnung, wenn mal ein paar Woche Ruhe ist - um dann doch wieder "geerdet" zu werden, wenn der Anruf aus dem Stall kommt oder man das Pferd mit Koliksymptomen antrifft, wenn man kommt.

Eine strenge Indikationsstellung vor einer Gastroskopie ist sinnvoll

Koliken können - sowohl aus schulmedizinischer als auch aus TCM (traditionelle chinesische Medizin)-Sicht sehr viele unterschiedliche Ursachen haben. Magen- und/oder Dickdarmgeschwüre sind häufige Auslöser für wiederkehrende Koliken, beides lässt sich über einen speziellen Untersuchungsgang aus den Bereichen Akupunktur/Osteopathie gut feststellen und auch differenzieren, dann kann es auch gezielt behandelt werden. Alternativ lassen sich Magengeschwüre auch über eine Gastroskopie diagnostizieren, die den Vorteil bietet, dass man Ort und Schwere der Magengeschwüre genauer einordnen kann. Auch eine chronische Magenentleerungsstörung kann auf diesem Weg bestätigt/ausgeschlossen werden. Der Nachteil der Gastroskopie ist der hohe Aufwand und dass die Pferde für die Untersuchung 18 Stunden hungern müssen, damit der Magen leer ist und man die Magenwand auch richtig beurteilen kann. Hungern ist aber leider genau das, was ein Pferd mit Magengeschwüren eigentlich nicht sollte. Daher ist eine strenge Indikationsstellung vor einer Gastroskopie sinnvoll.

Auch Ursachen außerhalb des Verdauungstrakts sind möglich

Ursachen für wiederkehrende Koliken können aber auch außerhalb des Verdauungstraktes liegen. So gibt es eine Reihe von Stuten, die in der Rosse massive Probleme mit Bauchschmerzen haben, manche bei jeder Rosse, manche nur ab und an. Dafür können Krämpfe genauso verantwortlich sein, wie persistierende Follikel, manchmal auch Zysten in der Schleimhaut der Gebärmutter. Die hormonelle Steuerung des Zyklus kann mit Akupunktur beeinflusst werden und unter Umständen Symptome lindern oder heilen. Eine weitere Ursache außerhalb des Verdauungstrakts können im Bewegungsapparat liegen. Blockaden im Bereich der Lendenwirbelsäule können die Versorgung der Bauchhöhlenorgane mit Nervenimpulsen beeinträchtigen. Verspannungen v.a. im Bereich der Lenden- und Bauchmuskulatur können die Blutversorgung der Bauchorgane geringfügig reduzieren. Beides kann zu einer geringgradigen Unterversorgung der Organe führen, die aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin wie auch der Osteopathie durchaus einen negativen Einfluss auf den reibungslosen Ablauf der Prozesse in der Bauchhöle hat. Häufig sind die Veränderungen so gering, dass das Problem vom Körper kompensiert werden kann, und nur wenn irgendeine Art von Stress auftritt, der eine optimale Leistung der Bauchhöhlenorgane fordert kann der Körper nicht mehr mithalten und reagiert mit Schmerzen.

Akute Koliken sind immer ein Fall für eine schulmedizinische Untersuchung...

...und ggf. auch Behandlung. Treten solche Koliken aber gehäuft auf – mehrmals im Jahr – sollte auch außerhalb des akuten Kolikgeschehens nach einem Grund dafür gesucht und dieser dann behandelt werden. Untersuchungen aus den Bereichen Akupunktur und Osteopathie bemerken dabei auch kleinere Abweichungen und Störungen als die standardmäßigen schulmedizinischen Untersuchungen, die dann auch mit diesen beiden Techniken gezielt behandelt werden können.

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